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Kaufnebenkosten in Österreich: Alle Posten mit Rechenbeispiel

Von Emanuel Trif · 7. November 2026 · 7 Min. Lesezeit

Wer eine Wohnung oder ein Haus kauft, zahlt mehr als den Kaufpreis. Steuern, Gebühren und Honorare kommen dazu, und Banken erwarten meistens, dass Sie diese Kaufnebenkosten aus Eigenmitteln bezahlen. Rechnen Sie grob mit rund 10 % des Kaufpreises. Hier sehen Sie, woraus sich das zusammensetzt.

Die Posten im Überblick

PostenRichtwertBemessung
Grunderwerbsteuer3,5 %vom Kaufpreis
Grundbucheintragung (Eigentumsrecht)1,1 %vom Kaufpreis
Vertragserrichtung und Treuhandca. 1,5 %vom Kaufpreis, je nach Notar oder Anwalt
Maklerprovisionbis 3 % + 20 % USt = 3,6 %vom Kaufpreis, nur beim Kauf über Makler
Pfandrechtseintragung1,2 %vom eingetragenen Pfandbetrag
Bearbeitungsentgelt / Vermittlerprovisionca. 1–2 %vom Kredit, je nach Bank

Die ersten vier Posten hängen am Kaufpreis. Pfandrecht und Bearbeitungsentgelt / Vermittlerprovision fallen nur an, wenn Sie finanzieren, und richten sich nach der Kredithöhe.

Rechenbeispiel: Wohnung um € 400.000

Kauf über einen Makler, Finanzierung mit € 360.000 Kredit:

PostenBetrag
Grunderwerbsteuer 3,5 %€ 14.000
Grundbucheintragung 1,1 %€ 4.400
Vertragserrichtung und Treuhand ca. 1,5 %€ 6.000
Maklerprovision 3,6 %€ 14.400
Zwischensumme Kauf€ 38.800
Pfandrechtseintragung 1,2 % von € 360.000€ 4.320
Bearbeitungsentgelt / Vermittlerprovision ca. 1,5 % von € 360.000€ 5.400
Nebenkosten gesamt€ 48.520

Ohne Makler sinken die Nebenkosten in diesem Beispiel um € 14.400.

Tipp: Unser Finanzierungsrechner im Modus „Objekt durchrechnen“ zeigt Ihnen alle Posten für Ihr eigenes Objekt, samt Rate und Effektivzins.

Was davon ist verhandelbar?

Warum die Nebenkosten für Ihre Finanzierung wichtig sind

Banken orientieren sich an einer Finanzierung von höchstens 90 % des Kaufpreises. Die Nebenkosten finanzieren sie in der Regel nicht mit. Bei einer Wohnung um € 400.000 heißt das: rund € 40.000 Eigenmittel für den Kaufpreis plus die Nebenkosten. Seit Juli 2025 sind diese Werte eine Empfehlung der FMA und keine starre Grenze mehr. Mit guter Vorbereitung finden wir oft auch dann eine Lösung, wenn Ihre Eigenmittel knapper sind.

Kurz zusammengefasst

Stand: November 2026. Alle Werte sind Richtwerte für Österreich und ersetzen keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Österreich?

Mit Makler rund 10 % des Kaufpreises: Grunderwerbsteuer 3,5 %, Grundbucheintragung 1,1 %, Vertragserrichtung ca. 1,5 % und Maklerprovision bis 3,6 %. Bei einer Finanzierung kommen Pfandrechtseintragung (1,2 % vom Pfandbetrag) und Bearbeitungsentgelt / Vermittlerprovision dazu.

Kann man die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?

In der Regel nicht vollständig. Banken orientieren sich an höchstens 90 % des Kaufpreises und erwarten die Nebenkosten aus Eigenmitteln. Mit zusätzlichen Sicherheiten sind im Einzelfall auch höhere Finanzierungen möglich.

Welche Nebenkosten sind verhandelbar?

Grunderwerbsteuer und Grundbuchgebühr sind gesetzlich festgelegt. Verhandelbar sind Honorare für Vertrag und Treuhand, die Maklerprovision (3 % plus USt ist die Obergrenze) und die Bankspesen.

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