Haushaltsrechnung beim Kredit: Was Banken wirklich prüfen
Von Stefan Falkner · 7. November 2026 · 7 Min. Lesezeit
Wie viel Kredit können Sie sich tatsächlich leisten? Die Antwort steckt in der Haushaltsrechnung. Sie spielt bei fast jeder Kreditentscheidung die Hauptrolle, oft wichtiger als die Höhe der Eigenmittel.
So ist eine Haushaltsrechnung aufgebaut
Einnahmen minus Ausgaben = freier Betrag für die Kreditrate.
Einnahmen
- Nettogehalt: Bei Angestellten meist auf 14 Gehälter gerechnet und auf 12 Monate verteilt.
- Selbstständiges Einkommen: Grundlage sind die Einkommensteuerbescheide, nicht der Umsatz.
- Mieteinnahmen: Werden häufig nur anteilig angesetzt, weil Leerstand und Instandhaltung einkalkuliert werden.
- Weitere Einkünfte: Familienbeihilfe, Pension, Unterhalt. Ob und wie diese zählen, ist je Bank verschieden.
Ausgaben
- Lebenshaltungskosten: Banken setzen dafür oft Pauschalen je Erwachsenem und Kind an.
- Wohnkosten: Betriebskosten, Energie, bei der neuen Immobilie die aktuelle Vorschreibung.
- Bestehende Verpflichtungen: Kredite, Leasing, Ratenkäufe, Kreditkarten, Unterhaltszahlungen.
- Versicherungen und Daueraufträge.
Wie viel Rate geht sich aus?
Als Richtwert empfiehlt die FMA, dass die Kreditrate höchstens rund 40 % des Nettoeinkommens ausmacht. Mit unserem Finanzierungsrechner sehen Sie in einer Minute, welcher Kaufpreis sich damit ungefähr ausgeht.
Typische Stolpersteine
Kleine Beträge, große Wirkung. Abos, Handyverträge und Daueraufträge wirken einzeln harmlos. In Summe können sie den Spielraum aber um hunderte Euro im Monat verringern.
Vergessene Kredite. Bestehende Kredite, Leasingverträge und Ratenkäufe müssen unbedingt angegeben werden. Die Bank sieht sie ohnehin, etwa über den KSV, und eine fehlende Angabe kostet Vertrauen.
Unterschätzte Betriebskosten. Prüfen Sie beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses die aktuelle Vorschreibung oder die letzte Betriebskostenabrechnung genau. Bei Häusern kommen Heizung, Wasser, Müll und Versicherung dazu.
So bereiten Sie Ihre Haushaltsrechnung vor
- Sammeln Sie die Lohnzettel der letzten 3 bis 6 Monate bzw. die Einkommensteuerbescheide.
- Gehen Sie Ihre Kontoauszüge durch und notieren Sie alle regelmäßigen Ausgaben.
- Prüfen Sie, ob Sie Kleinkredite oder Leasing ablösen können, bevor Sie einreichen.
- Holen Sie die Betriebskosten der Wunschimmobilie ein.
- Wählen Sie eine realistische Laufzeit: Eine längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber die Zinsen insgesamt.
Unsere Unterlagen-Checkliste hilft Ihnen dabei.
Tipp aus der Praxis: Lassen Sie Ihre Haushaltsrechnung prüfen, bevor Sie eine Immobilie suchen. Dann kennen Sie Ihren realistischen Kaufpreisrahmen und können schneller zusagen, wenn die passende Wohnung kommt.
Häufige Fragen
Welches Einkommen rechnet die Bank an?
Das regelmäßige Nettoeinkommen, bei Angestellten meist auf 14 Gehälter gerechnet. Bei Selbstständigen zählen die Einkommensteuerbescheide, bei Mieteinnahmen setzen Banken oft nur einen Teil an.
Welche Ausgaben zählen in der Haushaltsrechnung?
Lebenshaltungskosten (oft als Pauschale je Person), Wohn- und Betriebskosten, bestehende Kredite, Leasing, Ratenkäufe, Unterhalt und Versicherungen. Auch viele kleine Abos summieren sich.
Wie kann ich meine Haushaltsrechnung verbessern?
Kleinkredite und Leasing vorab ablösen, Daueraufträge prüfen, alle Einkünfte vollständig belegen und eine realistische Laufzeit wählen. Eine gute Aufbereitung macht bei der Bank oft den Unterschied.
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