Eigenmittel für den Wohnungskauf: Wie viel brauchen Sie wirklich?
Von Emanuel Trif · 7. November 2026 · 7 Min. Lesezeit
„Wie viel Eigenkapital brauche ich?“ ist meist die erste Frage beim Wohnungskauf. Die kurze Antwort: rund 20 % des Kaufpreises. Die längere Antwort ist interessanter, denn es gibt mehr Wege, als viele denken.
Die Faustregel: 10 + 10
- Rund 10 % des Kaufpreises als Eigenanteil. Die FMA empfiehlt, dass der Kredit höchstens 90 % des Kaufpreises beträgt.
- Rund 10 % für die Nebenkosten: Grunderwerbsteuer, Grundbuch, Vertrag, Makler. Diese finanzieren Banken in der Regel nicht mit. Alle Posten finden Sie in unserem Artikel zu den Kaufnebenkosten.
Beispiel: Bei einer Wohnung um € 350.000 sind das rund € 35.000 für den Kaufpreis und rund € 35.000 für die Nebenkosten, zusammen also rund € 70.000.
Was hat sich seit Juli 2025 geändert?
Bis Ende Juni 2025 waren die Grenzen für Wohnkredite in der KIM-Verordnung verbindlich geregelt. Seither sind die Werte eine Empfehlung der FMA. Banken haben dadurch wieder mehr Spielraum, entscheiden aber weiterhin vorsichtig. In der Praxis heißt das: Ausnahmen sind leichter möglich, wenn der Rest der Finanzierung stimmt.
Was zählt als Eigenmittel?
- Erspartes auf Konten und Sparbüchern
- Bausparguthaben
- Wertpapiere und Fonds (die Bank bewertet sie oft mit einem Abschlag)
- Schenkungen oder Darlehen aus der Familie
- in manchen Bundesländern Teile der Wohnbauförderung
Wichtig: Die Herkunft des Geldes muss nachvollziehbar sein. Halten Sie Kontoauszüge oder einen Schenkungsvertrag bereit.
Wenn die Eigenmittel knapp sind
Zusätzliche Sicherheit. Gehört Ihnen oder Ihrer Familie bereits eine Immobilie, kann diese als zusätzliche Sicherheit dienen. Damit sind im Einzelfall auch 100-%-Finanzierungen möglich.
Familiendarlehen. Ein Darlehen der Eltern wird von vielen Banken als Eigenmittel akzeptiert, wenn es sauber dokumentiert ist und die Rückzahlung in der Haushaltsrechnung Platz hat.
Günstiger kaufen oder ohne Makler. Schon die Maklerprovision von bis zu 3,6 % macht viel aus.
Etwas Zeit gewinnen. Manchmal sind wenige Monate Sparen und eine gute Vorbereitung der bessere Weg als eine Finanzierung auf Biegen und Brechen.
Wichtig: Eigenmittel sind nur ein Teil der Rechnung. Entscheidend ist am Ende, ob die monatliche Rate dauerhaft leistbar ist. Mehr dazu in unserem Artikel zur Haushaltsrechnung.
Wie viel können Sie sich leisten?
Unser Finanzierungsrechner zeigt Ihnen im Modus „Was kann ich mir leisten?“, welcher Kaufpreis mit Ihrem Einkommen und Ihrem Ersparten ungefähr möglich ist.
Häufige Fragen
Ist eine 100-%-Finanzierung möglich?
In Einzelfällen ja, etwa mit einer zusätzlichen Sicherheit wie einer zweiten Immobilie oder bei sehr gutem Einkommen. Die Rate muss trotzdem leistbar bleiben.
Was zählt alles als Eigenmittel?
Erspartes, Bausparguthaben, Wertpapiere, Schenkungen oder Darlehen aus der Familie und in manchen Fällen eine Wohnbauförderung. Wichtig ist, dass die Herkunft nachvollziehbar ist.
Muss ich die Nebenkosten selbst zahlen?
Meistens ja. Banken finanzieren in der Regel bis rund 90 % des Kaufpreises, die Nebenkosten kommen aus Eigenmitteln.
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